Palais Meran

Örtliche Bauaufsicht
Baukoordination

Ingenieurbüro Wien, Ingenieurbüro Graz

Palais Meran

Objektbeschreibung

Ehem. Palais Meran, Leonhardstraße Nr. 15 - Erbaut 1841/1843 von Georg Hauberisser d. Ä. als Wohnpalais für Erzherzog Johann. Ab 1963 Hochschule für Musik und darstellende Kunst. 1880 Zubau des zum Haupttrakt senkrecht stehenden N-Flügels, 1939 und 1963 Ausbau und Erweiterung 1976/1977 Außenrestaurierung.
Vornehmer spätklassizistischer Baukörper; lang gestreckte 19-achsige Schauseite mit Frontispiz und Altan. Schmiedeeiserner Tür-Gitterflügel aus der Bauzeit. Wappen Erzherzog Johanns (Zinnlegierung) aus der Bauzeit 1977 im Giebel wieder angebracht. Vestibül 3-jochig, 3-schiffig, kassettiertes Platzlgewölbe auf Pfeilern. (...) Bemerkenswertes Stiegenhaus, im letzten Geschoss geschnitzte Tür- und Fensterrahmungen; schmiedeeisernes Geländer. Im 1. Stock Festsaal; bemerkenswerte Stuccolustro-Wandgliederung in historisierenden Architekturformen, Holzdecke mit Schnitzdekor und Wappenschilder. Mehrere Räume mit Deckenstuck und intarsierten Parkettböden. (Dehio Graz, Verlag Anton-Schroll & Co, Wien, 1979, Seite 118)

Fassadeninstandsetzung

Die rezente Beschichtung aller Fassaden in Form einer Halbdispersion mit Ergänzungen in Dispersion wurde entfernt und eine neue Fassung - Grundierung und Lasur auf Basis Mineralfarbe - aufgebracht. Das Farbkonzept wurde in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) und einem beigezogenen Fachrestaurator festgelegt. Der Befundlage entsprechend sollte eine monochrome Beschichtung über alle Fassadenabschnitte und Gliederungselemente in einem hellgelben Pastellton eventuell Sandsteinton aufgebracht werden. Die Farbfestlegung erfolgte nach Bemusterung vor Ort und Abnahme durch das BDA. Die Fenster und Fensterläden des Objektes wurden nach Erfordernis instand gesetzt und im weißen Bestandsfarbton neu beschichtet.
Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten wurden alle desolaten Fassaden-Verblechungen erneuert. Weiters wurden die gesamten Steinteile (Altan, Steinstufen, Sockel) und Metallteile (Gittertüren, Geländer) fachgerecht restauriert.

Dacherneuerung

Die gesamte Dachhaut des Objektes wurde entfernt und erneuert. Diese Maßnahme umfasste diverse Reparaturarbeiten an der Dachunterkonstruktion sowie eine gänzlich neue Eindeckung mit Biberschanzdachziegel (entsprechend ASVK-Richtlinien), bzw. in Metalldeckung (farblich auf den Bestand abgestimmt).

Begleitend wurden alle Dachverblechungen erneuert sowie die Dachentwässerung instand gesetzt. Die bestehenden Dachflächenfenster wurden in Absprache mit dem BDA erneuert.

Barrierefreie und brandschutztechnische Maßnahmen

Die Generalsanierung des Palais Meran umfasste auch die brandschutztechnischen Maßnahmen, die barrierefreie Erschließung, sowie Adaptierungen zur Genehmigung für ortsfeste Veranstaltungen. Die barrierefreien Umbaumaßnahmen wurden mit dem BDA besprochen und abgeklärt. Die für den Studienbetrieb wichtigen Räumlichkeiten wurden entweder barrierefrei zugänglich gemacht oder sind mit Hilfe (Ruftaster) erreichbar. Die alten zweiflügeligen Innentüren durften, bis auf die zum Umbau genehmigten Fluchttüren in den Gängen und aus den Florianisaal, lt. BDA nicht abgeändert werden (Denkmalschutz). Alle Abschlüsse zu den Stiegenhäusern (Brandabschnitte) wurden aufgrund fehlender Zertifikate zu R30 Türabschlüssen umgebaut. In diese Brandabschnitte führende Türöffnungen wurden zu T30 Türen umgebaut. Die Handläufe im Hauptstiegenhaus und in den Nebenstiegenhäusern wurden einseitig ergänzt. Alle öffentlich zugänglichen Stiegenabgänge wurden mit taktilen Markierungen und die Anfang- und Endstufen mit hellen Farbstreifen für Sehbehinderte gekennzeichnet.
Weitere Barrierefrei-Maßnahmen waren: Beseitigung von Türschwellen, taktile Beschilderung, taktiles Leitsystem im äußeren Zugangsbereich, Rutschfest-Beschichtung der Steinböden, induktives Informationssystem. Die Fassade wurde bestandsgleich erneuert, die Gesimse und Abplatzungen saniert und die Verblechungen erneuert. An der Nordfassade wurde ein Zubau mit Rampe als rollstuhlgerechter Zugang, einer Stiege und einem Aufzug in Stahl-Glaskonstruktion errichtet. Statt eines integralen barrierefreien Leitsystems, wurde ein Ruftaster beim Stiegenhaus Nord im Bereich Aufzugszugang angeordnet, der einen direkten Kontakt zum Portier hat. Die Bereiche, die für Studierende zugänglich sind, wurden am Gang mit Ruftastern ausgestattet. Die maximale Fluchtwegsbreite beträgt 140 cm bzw. 150 cm bei den Ausgängen im Erdgeschoss.

Untergeschoss

Die Stiegenhäuser Nord und Süd sind Brandabschnitte und Hauptfluchtwege aus dem Gebäude. Das Hauptstiegenhaus ist ein Rauchabschnitt. Im UG/EG Bereich des südlichen Stiegenhauses wurde ein Durchbruch unter Hofniveau geschaffen, um den Fluchtweg aus dem halbgeschossig tiefer gelegenen Gang (vor der Telefonzentrale) in den Hof zu ermöglichen. Im UG, beim Stiegenhaus Nord, war beim Treppenabgang zum Keller ein neuer T30 Abschluss neben dem Fundus-Zugang (Raum 902a) zu schaffen. Der Fluchtweg führt über eine neu zuschaffende Betonstiege mit Glasgeländer und Edelstahlhandlauf auf das Hofvorplatzniveau. Die Ausgangstüre wurde gemäß EN 1125 ausgeführt. Der Installationsgang wurde durch eine T30 Türe vom Fluchtstiegenhaus abgetrennt.

1. Obergeschoss

Der barrierefreie Zugang ins 1. OG wurde durch eine verglaste Stahlbrücke mit dem Aufzug verbunden. Die Damentoilette wurde barrierefrei umgebaut und der Zugang verbreitert. Im großen Veranstaltungssaal (Florianisaal) wurden zwei Rollstuhlplätze vorgesehen und die Türen im Zug der Fluchtwege mit Rollenfallenschlössern und ohne Schließvorrichtung gemäß Wunsch von BDA in Fluchtrichtung öffnend umgebaut. Die vom Vortragssaal im Fluchtweg (Gang) zum südlichen Stiegenhaus liegenden Türen wurden gemäß EN 1125 ausgeführt. Betreffend der zweiflügeligen Türen im Vorraum 100b und Kleinen Saal 104 mussten aufgrund des Veranstaltungsgesetzes im Veranstaltungsfall Sonderlösungen getroffen werden. (offen stehend oder mit Aufsichtsperson). Die Gangtüren im Bereich Vorhalle F8 mussten offen stehend fixiert werden.

Im Vorbereitungsraum (Raum 100C) wurde ein Computer/Serverraum mit GKPL-Wand (F90) und T30 Türen abgeteilt.

2. Obergeschoss

Der barrierefreie Zugang ins 2. OG wurde durch einen Treppenlift gewährleistet, der in einer 2. Bauetappe ausgeführt wurde. In der Halle wurde ein Besprechungsraum mit, nach oben offenen, Glastrennwänden ausgeführt. Die Türen und Fenster zum Hauptstiegenhaus wurden R30-G30 - in Absprache mit dem BDA - ausgeführt. In den Büros wurden die Dachflächenfenster ausgetauscht und die Dachhaut (Ziegeldeckung) wie Bestand ausgetauscht. Das Damen-WC wurde in der zweiten Bauetappe (bei Bedarf) zu einem barrierefreien WC in Kombination Damentoilette umgebaut.

Dachgeschoss

Teilausbau des bestehenden Dachgeschosses: Im Rohdachboden wurden fünf Archivboxen, aus Gipskartonplatten Trennwände F90/T30, als unabhängige Holzriegelkonstruktion mit brandbeständigen Ummantelungen hergestellt. Der Gehbereich (Bretterboden) wurde mit Handlauf und Fußwehr zum übrigen Dachboden abgegrenzt.

Bauablauf

Sämtliche Sanierungsmaßnahmen wurden bei laufendem Betrieb durchgeführt.

Fakten

Projektzeit
09|2007 bis 08|2008
Auftraggeber
Landesimmobilien GesmbH
Straße
Leonhardtstrasse 15
PLZ
8010
Stadt
Graz
Land
Österreich

Unsere Tätigkeiten bei diesem Projekt

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