SKA Bad Tatzmannsdorf

SKA Bad Tatzmannsdorf

Fakten

Projektzeit

01|2012 - Frühjahr 2015

Auftraggeber

PVA

Straße

Thermenplatz 1

PLZ

7431

Stadt

Bad Tatzmannsdorf

Land

Österreich

Leistungen

Örtliche Bauaufsicht
Leistungen gemäß BauKG

Dieses Projekt wurde in ARGE mit Rinderer & Partner ZT KG und Architekturbüro Müller & Hohenwarter GesnbR abgewickelt.

In den Jahren 1959 bis 1962 wurde in Bad Tatzmannsdorf eine Heilanstalt für Herz- und Kreislaufrehabilitation errichtet, eine Erweiterung der Anlage schließlich bereits zwischen 1966 und 1974 durch Errichtung eines Untersuchungstraktes, einer Technikzentrale sowie des Personalwohnhauses 2 umgesetzt. Von 1978 bis 1980 schließlich wurde mit Errichtung der Bettenstation und des Diagnostiktraktes die Kapazität der Anstalt neuerlich gesteigert.

Für jene mittlerweile in die Jahre gekommenen Gebäude erschien eine wirtschaftliche Sanierung bzw. Adaptierung nicht sinnvoll, sodass ein Teilabbruch und Neubau angestrebt wurde, die neueren Anlagenteile sollten mittels Umbaumaßnahmen auf einen aktuellen Stand gebracht werden.

Gebäudestruktur und Nutzung

Der als Betonbau konstruierte Neubau schließt als L-förmiges Gebäude von zwei Seiten an den Bestand an, woraus sich ein großzügiger Innenhofbereich ergibt. Dieser Patiententrakt ist 7-geschoßig ausgelegt, wobei die obersten drei Geschoße – als Regelgeschoß ausgebildet – über insgesamt 150 Bettenzimmer verfügen. Für eine möglichst uneingeschränkte Sichtbeziehung vom Bett aus zur umliegenden Natur kann eine besonders niedrige Parapethöhe von 60 cm, kombiniert mit verglasten Balkonbrüstungen, hervorgehoben werden.

Darunter sind im 1.OG Büro- bzw. Verwaltungsräumlichkeiten sowie der Therapie- und Behandlungsbereich untergebracht. Im Erdgeschoß ist der Haupteingangs- und Foyerbereich als zentraler Verteiler angelegt, von dem aus die Patienten in Empfang genommen werden, die organisatorischen Stationen der Aufnahme durchlaufen und schließlich in den Patienten- bzw. Therapiebereich weitergereicht werden können. Darüber hinaus befinden sich Küche und Speisesäle, Wäscherei sowie Näherei im EG. Das erste Untergeschoß kann ostseitig ebenerdig erschlossen werden, in diesem Bereich ist die Bewegungstherapie inkl. Schwimmbecken untergebracht, in den gänzlich unterirdischen Bereichen sowie im 2. UG sind Technikzentralen angeordnet.

Als gesonderte Trakte sind der Werkstätten- und Instandhaltungsbereich, zwischen welchen sich die zentrale Anlieferung befindet, sowie die Energiezentrale angeordnet.

Fassade

Bis zum ersten Obergeschoß wird die Fassade überwiegend mit hinterlüfteten Faserzementpaneelen gestaltet, kombiniert mit weitläufigen Glasflächen (Pfosten-Riegel-Konstruktion). Je nach Raumnutzung ist die Fassade eigenständig strukturiert, horizontal unterschiedlich angeordnete Fensterbänder unterbrechen die Fassadenstruktur. In den oberen Geschoßen kommt eine WDVS-Fassade zur Verwendung; Kragplatten und lotrechte Betonwandscheiben ergeben hier in Kombination mit den Balkonglasbrüstungen und horizontalen Beschattungslamellen eine Fassadengliederung.

Bauablauf und Organisation

Die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes machte vorbereitende Maßnahmen in Form eines Teilabbruchs, einhergehend mit aufwendigen Leitungsumverlegungen, erforderlich. Parallel dazu wurde die Südzufahrt der Anlage als ausschließliche Baustellenzufahrt adaptiert und der Anstaltsverkehr über die Nordzufahrt umgeleitet. Im Anschluss konnte mit Aushub und Gründung (SOB-Pfähle) die Phase 2 (Rohbau und Ausbau des Neubaus) eingeleitet werden. Eine terminlich exakte Abstimmung zwischen Anlieferung und geschoßweiser Einbringung der Fertigsanitärzellen mit den Betonbaumaßnahmen war erforderlich.

Nach Ausbaufertigstellung und Durchlaufen einer 10-wöchigen Probebetriebsphase beginnt der Abbruch bzw. teilweise Umbau des Altbestandes (Baupahse 3), wobei währenddessen eine interimsmäßige Zufahrts- und Eingangssituation geschaffen wird. Als Phase 4 ist schließlich die Herstellung der endgültigen Zufahrt einschließlich Parkplatz und restlicher Aussenanlage eingeteilt.

Die Örtliche Bauaufsicht wurde als General-ÖBA an die Arge Rudolf & Vier Partner – Rinderer & Partner – Müller & Hohenwarter unter Einbezug der Büros TB Herbst (HKLS), TB Gregoritsch (Elektro) sowie Büro Peter Mader (Medizintechnik) vergeben.