Palais Meran

Palais Meran

Fakten

Projektzeit

09|2007 - 08|2008

Auftraggeber

Landesimmobilien GesmbH

Straße

Leonhardtstrasse 15

PLZ

8010

Stadt

Graz

Land

Österreich

Leistungen

Örtliche Bauaufsicht
Leistungen gemäß BauKG

Objektbeschreibung

Ehem. Palais Meran, Leonhardstraße Nr. 15 - Erbaut 1841/1843 von Georg Hauberisser d. Ä. als Wohnpalais für Erzherzog Johann. Ab 1963 Hochschule für Musik und darstellende Kunst. 1880 Zubau des zum Haupttrakt senkrecht stehenden N-Flügels, 1939 und 1963 Ausbau und Erweiterung 1976/1977 Außenrestaurierung.
Vornehmer spätklassizistischer Baukörper; lang gestreckte 19-achsige Schauseite mit Frontispiz und Altan. Schmiedeeiserner Tür-Gitterflügel aus der Bauzeit. Wappen Erzherzog Johanns (Zinnlegierung) aus der Bauzeit 1977 im Giebel wieder angebracht. Vestibül 3-jochig, 3-schiffig, kassettiertes Platzlgewölbe auf Pfeilern. (...) Bemerkenswertes Stiegenhaus, im letzten Geschoß geschnitzte Tür- und Fensterrahmungen; schmiedeeisernes Geländer. Im 1. Stock Festsaal; bemerkenswerte Stuccolustro-Wandgliederung in historisierenden Architekturformen, Holzdecke mit Schnitzdekor und Wappenschilder. Mehrere Räume mit Deckenstuck und intarsierten Parkettböden. (Dehio Graz, Verlag Anton-Schroll & Co, Wien, 1979, Seite 118)

Fassadeninstandsetzung

Die rezente Beschichtung aller Fassaden in Form einer Halbdispersion mit Ergänzungen in Dispersion wird entfernt und eine neue Fassung - Grundierung und Lasur auf Basis Mineralfarbe - aufgebracht. Das Farbkonzept wird in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) und einem beigezogenen Fachrestaurator festgelegt. Der Befundlage entsprechend soll eine monochrome Beschichtung über alle Fassadenabschnitte und Gliederungselemente in einem hellgelben Pastellton eventuell Sandsteinton aufgebracht werden. Die Farbfestlegung erfolgt nach Bemusterung vor Ort und Abnahme durch das BDA. Die Fenster und Fensterläden des Objektes werden nach Erfordernis instand gesetzt und im weißen Bestandsfarbton neu beschichtet.
Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten werden alle desolaten Fassaden-Verblechungen erneuert. Weiters werden die gesamten Steinteile (Altan, Steinstufen, Sockel) und Metallteile (Gittertüren, Geländer) fachgerecht restauriert.

Dacherneuerung

Die gesamte Dachhaut des Objektes wird entfernt und erneuert. Diese Maßnahme umfasst diverse Reparaturarbeiten an der Dachunterkonstruktion sowie eine gänzlich neue Eindeckung mit Biberschanzdachziegel (entsprechend ASVK-Richtlinien), bzw. in Metalldeckung (farblich auf den Bestand abgestimmt).

Begleitend werden alle Dachverblechungen erneuert sowie die Dachentwässerung instand gesetzt. Die bestehenden Dachflächenfenster werden in Absprache mit dem BDA erneuert.

Barrierefreie und Brandschutztechnische Massnahmen

Die Generalsanierung des Palais Meran umfasst auch die brandschutztechnische Maßnahmen, die barrierefreie Erschließung, sowie Adaptierungen zur Genehmigung für ortsfeste Veranstaltungen. Die barrierefreien Umbaumaßnahmen wurden mit dem BDA besprochen und abgeklärt. Die für den Studienbetrieb wichtigen Räumlichkeiten werden entweder barrierefrei zugänglich gemacht oder sind mit Hilfe (Ruftaster) erreichbar. Die alten zweiflügeligen Innentüren dürfen, bis auf die zum Umbau genehmigten Fluchttüren in den Gängen und aus den Florianisaal, lt. BDA nicht abgeändert werden (Denkmalschutz). Alle Abschlüsse zu den Stiegenhäusern (Brandabschnitte) werden aufgrund fehlender Zertifikate zu R30 Türabschlüssen umgebaut. In diese Brandabschnitte führende Türöffnungen werden zu T30 Türen umgebaut. Die Handläufe im Hauptstiegenhaus und in den Nebenstiegenhäusern werden einseitig ergänzt. Alle öffentlich zugänglichen Stiegenabgänge werden mit taktilen Markierungen und die Anfang und Endstufen mit hellen Farbstreifen für Sehbehinderte gekennzeichnet.
Weitere Barrierefrei-Maßnahmen sind: Beseitigung von Türschwellen, taktile Beschilderung, taktiles Leitsystem im äußeren Zugangsbereich, Rutschfest-Beschichtung der Steinböden, induktives Informationssystem. Die Fassade wird bestandsgleich erneuert, die Gesimse und Abplatzungen saniert und die Verblechungen erneuert. An der Nordfassade wird ein Zubau mit Rampe als rollstuhlgerechter Zugang, einer Stiege und einem Aufzug in Stahl-Glaskonstruktion errichtet. Statt eines integralen barrierefreien Leitsystems, wird ein Ruftaster beim Steigenhaus Nord im Bereich Aufzugszugang angeordnet, der einen direkten Kontakt zum Portier hat. Die Bereiche, die für Studierende zugänglich sind, werden am Gang mit Ruftastern ausgestattet. Die maximale Fluchtwegsbreite ist 140 cm bzw. 150 cm bei den Ausgängen im Erdgeschoß.

Untergeschoss

Die Stiegenhäuser Nord und Süd sind Brandabschnitte und Hauptfluchtwege aus dem Gebäude. das Hauptstiegenhaus ist ein Rauchabschnitt. Im UG/EG Bereich des südlichen Stiegenhauses wird ein Durchbruch unter Hofniveau geschaffen, um den Fluchtweg aus dem halbgeschoßig tiefer gelegenen Gang (vor der Telefonzentrale) in den Hof zu ermöglichen. Im UG, beim Stiegenhaus Nord, ist beim Treppenabgang zum Keller ein neuer T30 Abschluss neben dem Fundus-Zugang (Raum 902a) zu schaffen. Der Fluchtweg führt über eine neu zuschaffende Betonstiege mit Glasgeländer und Edelstahlhandlauf auf das Hofvorplatzniveau. Die Ausgangstüre wird gemäß EN 1125 ausgeführt. Der Installationsgang wird durch eine T30 Türe vom Fluchtstiegenhaus abgetrennt.

1. Obergeschoss

Der barrierefreie Zugang ins 1. OG wird durch eine verglaste Stahlbrücke mit dem Aufzug verbunden. Die Damentoilette wird barrierefrei umgebaut und der Zugang verbreitert. Im großen Veranstaltungssaal (Florianisaal) werden zwei Rollstuhlplätze vorgesehen und die Türen im Zug der Fluchtwege mit Rollenfallenschlössern und ohne Schließvorrichtung gemäß Wunsch von BDA in Fluchtrichtung öffnend umgebaut. Die vom Vortragssaal im Fluchtweg ( Gang) zum südlichen Stiegenhaus liegenden Türen werden gemäß EN 1125 ausgeführt. Betreffend der zweiflügeligen Türen im Vorraum 100b und Kleinen Saal 104 müssen aufgrund des Veranstaltungsgesetzes im Veranstaltungsfall Sonderlösungen getroffen werden. (offen stehend oder mit Aufsichtsperson) Die Gangtüren im Bereich Vorhalle F8 müssen offen stehend fixiert werden.

Im Vorbereitungsraum (Raum 100C) wird ein Computer / Serverraum mit GKPL-Wand (F90) und T30 Türen abgeteilt.

2. Obergeschoss

Der barrierefreie Zugang ins 2. OG wird durch einen Treppenlift gewährleistet, der in einer 2. Bauetappe ausgeführt wird. In der Halle wird ein Besprechungsraum mit nach oben offenen Glastrennwänden ausgeführt. Die Türen und Fenster zum Hauptstiegenhaus werden R30-G30 - in Absprache mit dem BDA - ausgeführt. In den Büros werden die Dachflächenfenster ausgetauscht und die Dachhaut (Ziegeldeckung) wie Bestand ausgetauscht. Das Damen-WC wird in der zweiten Bauetappe (bei Bedarf) zu einem barrierefreien WC in Kombination Damentoilette umgebaut.

Dachgeschoss

Teilausbau des bestehenden Dachgeschoßes: Im Rohdachboden werden fünf Archivboxen, aus Gipskartonplatten Trennwände F90/T30, als unabhängige Holzriegelkonstruktion mit brandbeständigen Ummantelungen hergestellt. Der Gehbereich (Bretterboden) wird mit Handlauf und Fußwehr zum übrigen Dachboden abgegrenzt.

Bauablauf

Sämtliche Sanierungsmaßnahmen wurden bei laufendem Betrieb durchgeführt.