KFU Chemiegebäude

KFU Chemiegebäude

Fakten

Projektzeit

01|2011 - 06|2014

Auftraggeber

Bundesimmobilien GesmbH

Straße

Universitätsplatz 1

PLZ

A-8010 Graz

Stadt

Graz

Land

Österreich

Leistungen

Projektsteuerung

Eingangssituation

Der Eingang zum Chemiegebäude KFU Graz am Sonnenfelsplatz wird städtebaulich aufgewertet und in die bestehende Planung des „Shared Space“ integriert. Ein barrierefreier Zugang in Form einer Rampe zum Erdgeschoß – ca. 1.8m über dem angrenzenden Gelände – und die nach außen verlegte Treppe bilden als „begehbare Skulptur“ einen attraktiven Außenraum zum Verweilen („die perfekte Piazza“). Der darunterliegende neuentstandene Raum wird als überdachte Fahrradabstellfläche genutzt und bietet – in unmittelbarer Nähe des Zugangs – Platz für ca. 55 Fahrräder. Im Freien finden hier weitere 40 Räder Platz.

Foyer

Im 1. Untergeschoß wird analog dem Erdgeschoss ein zusätzliches Foyer als zentraler Aufenthaltsbereich und Gelenk zwischen historischem Bestand und Zubau geschaffen. Dies ist erforderlich, da der vorliegende Entwurf in den Untergeschoßen Hörerlabors, einen zentral im Foyer situierten, großen Seminarraum und die Garderoben vorsieht. Das ermöglicht den bestehenden Hörsaal wieder freizustellen, was die Situation im Innenhof grundsätzlich aufwertet. Der Hörsaal erhält – im Foyer und im Außenbereich - eine neue Fassadengestaltung, die seine Wirkung als Solitär im Innenhof unterstreicht. Über Deckenöffnungen wird eine großzügige Belichtung des Foyers mit Tageslicht erzielt. Ergänzend bietet das Foyer Möglichkeiten Lernzonen für Studierende einzurichten.

Vor dem Foyer wird die Freifläche des Innenhofs als Aufenthaltsbereich im Freien autofrei gestaltet. Die vorgesehene Pflanzung und eine Steinpflasterung ergeben einen einladenden, platzartigen Charakter.

Das Flachdach des neu im Untergeschoss situierten Seminarraums wird als Terrasse ausgebildet und bietet somit einen zusätzlichen Kommunikationsbereich im Freien - im Erdgeschoß – an. Das Dach des Foyers wird ebenfalls als Terrasse ausgebildet und erweitert das 1. Obergeschoß um einen Freibereich im Innenhof, der in Teilen bepflanzt wird. Die übrigen Flachdächer im Innenhof werden gärtnerisch gestaltet. Hörsaal (EG) und Seminarraum (UG) sollen zum Foyer hin verglast werden – eine Verdunkelungsmöglichkeit ist vorgesehen.

Sanitärräume

Die drei bestehenden WC-Gruppen je Geschoß werden an Ort und Stelle sofern umgebaut, dass die normgerechten Abmessungen eingehalten werden. Jede Ebene erhält ein behindertengerechtes WC.

Aussenanlagen

Östlich des Projektes wird, zwischen dem Haus Universitätsplatz 2 und dem Zubau ein Gebäude zur Unterbringung der Reststoffcontainer sowie eines Stickstofftankes im Abstand von 4 Metern zum historischen Bestand situiert. Eine geschlossene Schale - Wand und Dach - zum Gebäude hin, zur Park bzw. Parkplatzseite hin offen und natürlich belüftet. Am Parkplatz bleibt Platz für 14 PKW.

Transparenz

Im Zubau wird im Westtrakt in allen Geschoßen der Raum am Ende des Gangs entfallen, sodass dieser über die stirnseitige Fassade natürlich belichtet werden kann.

Die Oberlichten im Türbereich bleiben erhalten, sodass aus den engen, finsteren Gangschluchten ein durchlässiges Raumkontinuum entsteht.

Die Parapete des Hauptstiegenhauses werden zum Innenhof hin heruntergesetzt und bieten somit eine Sitzgelegenheit für den Aufenthalt.

Die Brücke zum Altbau wird geschosshoch verglast, mit einer integrierten Sitzgelegenheit für den Aufenthalt.

Funktion

Im Innenhof entsteht ein neues, zentrales Foyer, welches sich über Erdgeschoß und 1. Untergeschoß erstreckt, an welches Hörerlabors, die Seminarräume und der Hörsaal angeschlossen sind. Alle Ebenen des Chemiegebäudes KFU Graz sind über das Foyer sowohl im Erdgeschoß als auch im Untergeschoß rollstuhlgerecht erschlossen. Die Labor- und Büroflächen der vier Fachbereiche sind zu geschlossenen Institutsverbänden zusammengefasst. Der Nordtrakt des historischen Altbaus wird einer ausschließlichen Nutzung durch Büro,- und Schreibräume zugeführt, um die haustechnischen Versorgungsschächte im Altbau minimieren und an einigen wenigen Stellen konzentrieren zu können. Wenn sinnvoll, wurden Kleinsträume lt. Raum und Funktionsprogramm in größeren Raumfolgen zusammengefasst.

Um die Gangdecken des historischen, denkmalgeschützten Altbaus frei von Installationen zu bekommen, wird unter dem Fußboden im Untergeschoss der bestehende Kollektor genutzt, der direkt an die Technikzentrale im 2. Untergeschoß des Zubaus angeschlossen ist. Die Abdeckung erfolgt mit Stahlbetonfertigteilen, für Nachinstallationen und Revisionen leicht zu öffnen. Die Zugänglichkeit des Kollektors ist über Revisionsschächte im Fußboden des Ganges vorgesehen. Die Haustechnikzentralen liegen im 2. Untergeschoß, im Dachgeschoß des historischen Bestandes und im 4. bzw. im 5. Obergeschoß des bestehenden Zubaus.

Text © Architekten Domenig & Wallner ZT GmbH